Issue: 07/08

Jürgen Schadeberg

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Schadeberg:‭ ‬Ich habe in Johannesburg als freier Fotograf Arbeit gesucht.‭ ‬Einfach war das nicht.‭ ‬Südafrika hatte keine Geschichte der dokumentarischen Fotografie.‭ ‬Ich habe mich bei‭ „‬The Star‭“‬,‭ ‬eine der größten Tageszeitungen Südafrikas,‭ ‬vorgestellt.‭ ‬Der Bildredakteur guckte mich an,‭ ‬guckte meine Leica an und sagte:‭ „‬If you are coming to Southafrica with that miniature camera you haven’t got a hope and hell of ever getting a job‭“‬.‭
LFI:‭ ‬Dokumentarfotografie war in Südafrika also völlig unbekannt.‭ ‬Es gab keine Reportagen über soziale Themen‭ …
Schadeberg:‭ … ‬oder über Schwarze.‭
LFI:‭ ‬Aber durch das‭ „‬Drum‭“ ‬hat sich das verändert.‭ ‬Es wurde zum Sprachrohr schwarzer Südafrikaner in der Apartheid-Ära.‭ (‬...‭)

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1985‭ ‬kehrt Schadeberg mit seiner Frau Claudia nach Südafrika zurück.‭ ‬Und plötzlich stecken Schadeberg und Jozi mittendrin im Ende der Apartheid.‭ ‬Tausende Schwarze aus umliegenden Townships kommen mit all ihren Hoffnungen,‭ ‬ziehen in die von Weißen verlassenen Ruinen der Skyscraper,‭ ‬leben isoliert im rechtsfreien Raum.‭ ‬Schadeberg:‭ „‬Über‭ ‬300‭ ‬Hochhäuser sind besetzt.‭ ‬Die Familien hier sind oft ohne Arbeit.‭ ‬An der Universität gibt es ein Department,‭ ‬das mit diesen Leuten vor Gericht geht.‭ ‬Der Staat will sie rausschmeißen,‭ ‬bietet ihnen aber keine Alternative.‭“

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